Innere Kind Arbeit

 

"Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben" oder

 

"Es heilt, was gefehlt hat: Liebe." Sabina. Ahmetspahic

 

 

Es liegt in der Natur der Dinge, dass wir uns als Kinder nach einem zuverlässigem und konstanten Bindungsangebot seitens unserer engsten Bezugspersonen sehnen und davon abhängig sind. Wir wünschen uns Zuwendung, Anerkennung, Geborgenheit und bedingungslose Liebe. Bleibt eine konstante Zuwendung aus oder werden unsere Grundbedürfnisse nur unzureichend erfüllt oder zurückgewiesen, reagieren wir als Kinder mit starken Spannungszuständen, Scham- und Schuldgefühlen. In unserem natürlichen Wunsch, geliebt zu werden und Ablehnung oder ungute Gefühle des "nicht richtig Seins“ oder „nicht gewollt Seins" möglichst zu vermeiden, entwickeln wir vielfältige Anpassungs- und Bewältigungsstrategien, um diesen Schmerz nicht zu fühlen und Gefühle der inneren Leere, Einsamkeit und Verlassenheit auszugleichen.

 

Wir verlassen uns selbst zugunsten von spezifischen Verhaltensmustern, die uns Liebe, Geborgenheit und Trost versprechen. Die Trostpflaster und Schutzstrategien, die den Schmerz lindern sollen, werden bis in das Erwachsenenleben übertragen. So werden Gefühle von Wut, Schmerz, Angst usw. gedämpft, verdrängt und abgewehrt und das innere Kind bleibt auch im Erwachsenenalter unversorgt und unbeachtet. Diese innere Selbstaufgabe oder Selbstvernach-lässigung ist ein durchgehendes Muster, das im Erwachsenenleben fortgesetzt wird. Was sich verfestigt sind Glaubenssätze, die zutiefst einschränkend und maladaptiv sind und die eigene Entwicklung auf vielfältige und nachhaltige  Weise negativ beeinflussen. Was sich herausbildet ist  ein verwundete Selbst. Dieses verwundete Selbst ist der Anteil des abgespaltenen, lieblosen Erwachsenen, der als Kind aufgrund von mangelnder Wärme, Geborgenheit, Liebe, Anerkennung, Stress, Angst, Überforderung, Trauma usw. die Verbindung zum eigenen Herzen und damit zu den eigenen Gefühlen verloren hat. Die typischen Merkmale des verwundeten Selbst sind u.a. ein ausgeprägter Innerer Kritiker, die Trance der Wertlosigkeit und Glaubenssätze, wie "ich bin nicht gut genug" oder "mit mir stimmt was nicht" oder "ich habe meine Liebe nicht verdient". Was zudem vordergründig ist, dass das verwundete Selbst seinen Selbstwert mit dem Wunsch nach Anerkennung und Liebe von der Bestätigung anderer abhängig macht. Das verwundete Selbst hat Angst, seinen Schmerz zu fühlen und bleibt dadurch in der Selbstzentriertheit des Kindes "stecken", in dem Wunsch nach Wiedergutmachung und Versorgung. So bleiben unbewusste psychodynamische Inhalte dem Bewussten weiter verborgen, die Ängste, Süchte und psychische Krisen, wie Depressionen, Burn-Out usw. fördern. Der Weg in die Eigenliebe und Selbstentfaltung bleibt erschwert. Das verwundete Selbst ist der Grund, warum es den meisten Menschen schwer fällt, einen nährenden Kontakt zum verwundeten inneren Kind aufzubauen und sich mit ihm zu versöhnen.

 

Worum geht es in der Arbeit mit dem Inneren Kind.

Das innere Kind symbolisiert den fühlenden und instinktiven Anteil in uns. Es ist unser lebendigster und gleichzeitig verletzlichster Anteil. Es ist der Speicher unserer Erfahrungen und die Quelle unserer Heilung und Vitalität. Unser ursprüngliches Sein. 

 

In der Arbeit mit dem Inneren Kind widmen uns den heilenden Bindestoffen zwischen dem liebevollen gesunden Erwachsenen und dem inneren Kind. Häufig ist diese nährende Bindung durch verschiedene Schutzmechanismen, Scham- oder Schuldgefühle überlagert, um schmerzvolle Gefühle und den Selbstverlust nicht fühlen zu müssen. Es braucht eine bewusste Bereitschaft, um uns der Stimme des inneren Kindes als stellvertretenden Anteil für unser wissendes, und häufig sehr verletztes, fühlendes Selbst, liebevoll zuzuwenden.

 

Wenn wir es wagen zur Wurzel des Schmerzes zurückzukehren, heilen wir nicht nur den traumatischen Schmerz der Kränkung. Wir befreien dadurch lang verdrängte, eingekapselte, vitale Kräfte (physisch und psychisch) unseres Ursprungsselbst. Wir kehren wieder zurück zur Lebendigkeit unserer Gefühlslandschaft und damit auch zu unserer eigenen Lebendigkeit im Hier und Jetzt in unserem Leben. In der therapeutischen Arbeit nehmen wir wieder Kontakt mit der Innenwelt des inneren Kindes auf und gelangen so wieder in in Beziehung zu uns selbst.

 

Aus langer Erfahrung mit der Arbeit mit dem Inneren Kind kann ich sagen, dass die meisten inneren Kinder sehnsüchtig auf die Zuwendung seitens "der Großen" warten und ganz wundervolle "Co-Therapeuten" sind mit ausgesprochen bemerkenswerter Weisheit und Heilkraft.