Vetraue dem Prozess

 

Kein Tag gleicht dem anderen, keine Seele gleicht der anderen, kein Erfahrungsprozess gleicht dem anderen. Auf dem Weg zur inneren Vollständigkeit, Heilung, dem persönlichen Erwachen ist die größte Bremse, der größte Saboteur das Ego, der Verstand, die Natur des Geistes mit den Eigenschaften der Bewertung, der Erwartung, der kreierten Denkszenarien, der Begierde, der Anhaftung an gute Gefühle, Zustände usw. und der Abwehr und Ablehnung der „unguten Gefühle“. Grundsätzlich sind beide Erscheinungen Teile eines unzertrennbaren Ganzen und sind weder gut noch schlecht. Sie machen uns im Ganzen aus und es ist empfehlenswert, an „guten Gefühlen“ nicht anzuhaften und aufkommende „negative Gefühle“ einzuladen, sie als persönliche Wegweiser, als Zeichen zu sehen, die uns mit dem in Verbindung bringen möchten, was wir gerade am meisten brauchen, nämlich unsere bedingungslose Fürsorge. Wir können nur das heilen und loslassen, was wir uns erlauben zu fühlen.

 

Ein Akt der Selbstliebe – Selbstfürsorge und Mitgefühl reduzieren Stress und Angst

Nichts bleibt, wie es ist, alles verändert sich in jedem Augenblick. Jede Form von Entwicklung durchläuft unterschiedliche Phasen. Wir Menschen sind zutiefst komplexe Wesen, eingebunden in universelle und geistige Gesetzmäßigkeiten, eingebunden in ein Netz von Verbindungen auch zu anderen und umso mehr ist es ratsam, im Akt der Selbstliebe, Wege für dich zu erschließen, die deine Geduld, dein Selbstmitgefühl berühren. In deinem mitfühlenden Selbst, begegnest du dir mit einem offenen und freundlichen Herzen mit all deinen Facetten. Mitgefühl bedeutet: ich fühle mit mir. Ich bleibe bei mir und versorge meine emotionale Wunde, den Schmerz, das ungute Gefühl. Ich laufe nicht weg. Ich habe Verständnis für mich selbst. In dieser Haltung, die erlernbar und erfahrbar ist, öffnest du dich einer größeren Quelle in dir, einer größeren Wahrheit und Weisheit, die dir sagt, dass alles, was geschieht, wie es geschieht, genau richtig ist, wie es ist. Das ist kein neues Wissen, aber es ist gut, sich immer wieder daran zu erinnern, denn wir Menschen tendieren dazu auch bei noch so wachem Bewusstsein, Vergleiche anzustellen und wie oben erwähnt, das „Gute dem Schlechten“ vorzuziehen. Jeder Widerstand erzeugt

auch Reaktionen von Kampf. Das „gegen etwas sein“, bedeutet, dass du dich in eine Abwehrhaltung bringst. Versuchst du negative Gefühle abzuwehren, signalisierst du deinem Gehirn: „Ich fühle Stress, ich habe Angst, ich fühle mich bedroht.“ In diesem Moment ist es nicht nur so, dass du unbewusst auf altbewährte und konditionierte Schutzmechanismen zurückgreifst, dein Herz verschließt und den bereits bestehenden Panzer verstärkst, sondern du begibst dich auch in einen Stressmood, worauf der seit Urzeiten in uns wirksame und programmierte Mechanismus für Kampf und Flucht aktiviert wird und mit ihm der Sympathikus des vegetativen Nervensystems. Du versetzt deinen Körper in Alarmbereitschaft. Du schadest dir also auf verschiedenen Ebenen, da der aktivierte Stressmechanismus in einem ziemlich komplizierten Geflecht Hormone, wie Adrenalin und Noradrenalin ausschüttet und dieser Mechanismus u.a. dazu führt, dass dein seelisches wie körperliches Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen wird und damit der Nährboden für psychische und physische Erkrankungen geschaffen oder verstärkt wird.

 

Ich ermächtige mich sebst – Proaktiv handeln und Geduld bewahren – Akzeptanz ist heilsam

Proaktiv zu handeln bedeutet zum einen, dich ganz dem Höheren in dir anzuvertrauen, deinem Weg, deiner Seele, dem Höchsten in dir. Dem Prozess selbst. Keiner weiß und erst recht nicht, dein „Ich“, wofür deine Seele dich in dem nächsten Schritt vorbereitet. Manchmal entspringt aus dem tiefstem Moment der Verzweiflung der Akt der Transformation. Manchmal bereitet dich die Seele auf den nächsten Shift vor und du fühlst dich müde, brauchst mehr Schlaf, Ruhe usw. Manchmal fühlt es sich eng und wirr an, undurchschaubar usw. Was auch immer es ist, bleib in deinem Vertrauen. Bleib in deiner inneren Gewissheit: „Das Höchste in mir weiß, was jetzt dran ist. Ich erlaube dieser Kraft in mir, mich zu führen und zu leiten. Ich vertraue mich bedingungslos allem an, denn ich weiß, es ist zu meinem besten.“ Geduld hat auch etwas mit „dulden“ zu tun. Wenn ich etwas „dulde“, dann lasse ich es so wie es ist. Ich kann geschehen lassen, zulassen, dass etwas geschieht. Ich erlaube mir, alles so sein zu lassen. Ich mische mich nicht ein. Ich vertraue. Das ist etwas anderes als „Erdulden“. Proaktiv bedeutet auch, den Raum deiner Reaktionen auszudehnen, dir zu erlauben, darauf zu schauen, was da ist. Eben nicht wie gewohnt, gleich zu reagieren, sondern zu lernen zu beobachten, was geschieht. Auch wenn es vielleicht eine spontane „psychische Kontraktion“ gibt, diese auch zu beobachten, zu beobachten, dass „sich etwas in dir zusammenzieht, zurückzieht“ usw. ohne in die Bewertung zu gehen, dass es etwas schlechtes sei. Diese Form der Selbstreflexion ist von unschätzbarem Wert. Selbst bei Erfahrung mit traumatischem Stress und der dadurch veränderten Neuroplastizität im Gehirn, die bekanntlich tiefe neuronale Narben und Spuren im Gehirn hinterlässt, ist mittlerweile bewiesen, dass durch regelmäßige Anwendungen von z.B. spezifischen Meditationseinheiten, Achtsamkeitsübungen, die Haltung einer radikalen Akzeptanz, Yoga und dem Training von Selbstmitgefühl, starre Strukturen im System aufgeweicht werden können. Unsere Gefühle zu verdrängen, ist nicht hilfreich. Dich selbst zu ermächtigen bedeutet, dir selbst zu erlauben, neue Wege zu erschließen, alte Pfade zu verlassen und deine Wahlfreiheit zu stärken. Erst durch das Akzeptieren entsteht überhaupt ein Raum für Veränderung. Das offen und berührbar bleiben im Herzen auch bei Schmerz und Unwohlsein ist die Gnade des Selbstmitgefühls, die uns innerlich wie äußerlich weit macht und verändert.

And last but not least: Auf dem Weg zum persönlichen Wachstum und zur spirituellen Entfaltung ist das Sujet aller Erkenntnisse: je weniger du an den kurzweiligen erleuchtenden Momenten und guten Gefühlen haftest, umso besser. Im grunde geht es sogar genau um das Gegenteil davon: wir wachsen genau an dem, „was uns fehlt“, das was uns herausfordert, und nicht an dem "was bereits gut läuft". Leben ist kontiniuierlicher Wandel. Anhaftung fördert und verlängert das Leiden, mit der Begeierde läuft es nicht anders.

Du bist eine großartige Seele wundervolles Menschenkind. Du bist kraftvoll, weise, immer angebunden und du bist, auch wenn du es vielleicht vergessen hast oder nicht immer fühlst, bereits jetzt vollkommen. Du bist ein Teil dieser Evolution, ein wichtiger Teil dieser Schöpfung und ein Teil dieses Wunders! Du verdienst alle Liebe dieser Welt. Du bist Liebe. Nicht mehr und nicht weniger. Schön, dass es dich gibt!

Hier ein paar Kurztipps im Umgang mit schwierigen Momenten und Gefühlen im Leben:


 

  • Gönn dir selbst ein paar nährende Worte, wie z.B: „Ich weiß, es ist im moment nicht einfach und ich kann verstehen, dass du am liebsten weglaufen möchtest oder dich verkriechen willst, aber ich bin für dich da. Es ist ok. wie es ist. Auch das geht vorbei.“
  • Atmen: wenn ein emotionaler Schmerz sich zeigt oder ein starkes Gefühl in dir hochkommt, hilft es dir folgende Atemtechnik anzuwenden: 10 Sekunden einatmen, 10 Sekunden den Atem anhalten und dann 10 Sekunden bewusst die Energie der Anspannung usw. ausatmen. Dann 9 Sekunden einatmen, 9 Sekunden den Atem anhalten und 9 Sekunden wieder bewusst ausatmen, dann je 8, 7,6 und 5 Atemrhythmen und Zyklen wiederholen und bei Bedarf wiederholen. Um den Effekt zu verstärken, kannst du zusätzlich deine Scheitelkrone parallel tappen.
  • Erfahrungen segnen: Ich segne die Verletzung, die Angst, die Verzweiflung usw. Ich erkenne an, dass dieser Schmerz jetzt da ist. Ich atme damit. Es darf sein. Ich entspanne mich. Wenn ich annehme, was da ist, den Schmerz versorge, umsorge werde ich genährt.
  • Teilen und du wirst feststellen, dass es den anderen auch häufig und gerade in diesen Zeiten ähnlich geht.
  • Und hier eine kurze Anleitung für einen heilsamen Umgang mit negativen Emotionen 1. Zieh dich zurück und komm zur Ruhe. Gerne kannst du auch die oben genannte Atemübung vorher machen 2. Beobachte das Gefühl, was sich gerade zeigt. Nimm dieses Gefühl wahr (Ärger, Wut, Angst usw.). Nimm Kontakt zu diesem Gefühl in dir auf, wie oben in dem Text bereits erwähnt. Hilfreiche Fragen können sein: Wie geht es mir in diesem Augenblick? Wie fühlt sich mein Körper in diesem Augenblick an? Wo fühle ich diese Emotion? Was möchte mir dieses Gefühl jetzt sagen? Welcher Anteil in mir braucht jetzt Zuwendung und Fürsorge? Was tut mir jetzt gut? Das, was du ausschließt kommt wieder. Das was du berührst kann gesehen und integriert werden.
    3. Nimm Kontakt auf mit deinem Herzen. Lasse dir wohlwollende und nährende Worte zukommen, die dir Trost und Ruhe spenden. Schau, ob und was sich in dieser offenen Haltung für dich verändert.


    "Breathe darling. This is just a chapter. It's not your whole story."
    – S.C.LOURIE –

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Kommentare: 1
  • #1

    Petra (Sonntag, 11 Februar 2018 10:40)

    Liebe Sabina, die richtigen Worte zur richtigen Zeit. Wie machst Du das? Soviel zeigt sich im Moment wieder, alles möchte nochmal angeschaut werden. Dann denke ich wieso! Du hast doch so schön schon gearbeitet aber es gehört zu Dir, also los!!!!

    Danke für Deine wunderbar berührenden Worte sie helfen so sehr.

    Alles Liebe, Petra